Bindetechnologin / Bindetechnologe EFZ

Sehr geehrte Damen und Herren

Bitte nehmen Sie Stellung zum neuen Bildungserlass, welcher ab 2020 in Kraft gesetzt werden sollen. Im Rahmen einer ersten Branchenbefragung konnten Sie bereits Anfang 2018 zu den Eckwerten des neuen Berufsbildes Stellung beziehen. Aus diesen Rückmeldungen und jenen des Branchenanlasses vom 9. März 2018 haben sich diverse Anpassungen am Bildungsplan und der Bildungsverordnung ergeben. 

Im Rahmen der Branchenvernehmlassung sind diverse Stellungnahmen zur geplanten Totalrevision des Printmedienverarbeiters eingegangen. im Vorfeld hat eine äusserst engagierte Arbeitsgruppe intensiv an einem komplett neuen Bildungsplan gearbeitet.  

Die Ausgangslage war dabei äusserst anspruchsvoll. 
Nur gerade beim Druckausrüster liegt ein für die Kantone genügendes Mengengerüst vor. Man hat daher verschiedene Varianten durchgespielt um die Frage zu klären, was mit den drei vierjährigen Fachrichtungen geschehen soll. Ein Zusammenlegen mit anderen Kleinstberufen (Küffer, Korbflechter, usw.) kam nicht in Frage. Ebenso gibt es keine Möglichkeit, einer vollschulischen Ausbildung, wie sie etwa der Geigenbauer kennt. Die Auslagerung der Ausbildung ins Ausland wurde ebenfalls rasch verworfen. 

Für eine Aufteilung der beiden Berufe auf je zwei separate Ausbildungen reicht die Anzahl der Lehrverhältnisse nicht. Bereits heute werden an den Berufsfachschulen die Jahrgangsklassen gemischt, um auf die nötigen Schülerzahlen zu kommen. Ein solches Konzept ist jedoch auf der Ebene des Vollzugs angesiedelt und lässt sich nicht - wie das von einzelnen Einsprechenden verlangt wurde - in der Verordnung festhalten. 

Damit besteht eine direkte Abhängigkeit zwischen den drei- und vierjährigen Fachrichtungen in einem Ausbildungskonstrukt, dass in dieser Form mit unterschiedlichen Ausbildungsdauern aufgrund der geänderten Rechtssprechung nicht mehr bewilligungsfähig ist. Was gleichzeitig bedeutet, dass man in der Frage der Ausbildungsdauer vor einem schier unlösbaren Problem stand. 

Die Kernfrage in der Arbeitsgruppe lautete daher: Kann man die heutige Ausbildung neu aufstellen, so dass die Lehrdauer auf drei Jahre reduziert werden kann. Oder gibt es Optionen, den Druckausrüster auf vier Jahre anzuheben. 

Die Hürden für eine Erweiterung der Ausbildungszeit auf vier Jahre sind hoch. Die Branche muss nachweisen, dass nur mit einer deutlichen Erweiterung der Handlungskompetenzen der Beruf des Druckausrüsters noch Arbeitsmarktfähig ist. Ein Austausch zwischen Vertretern aus den Bereichen Druckausrüstung und Industrie resp. Handwerk hat ergeben, dass diese erweiterten Kompetenzen im Markt nicht vorhanden sind. Daher hat man sich für die weiteren Arbeiten auf eine Reduktion der Ausbildungsdauer auf drei Jahre konzentriert. 

Die Arbeitsgruppe hat bereits anlässlich der Präsentation vom 9. März 2018 die Möglichkeiten der Weiterbildung aufgezeigt. Die neue Subventionierungspraxis des Bundes macht Berufsprüfungen extrem attraktiv und kostengünstig. Aus diesem Grund wird sich die Arbeitsgruppe vertieft mit der Frage nach einer neuen Berufsprüfung auseinandersetzen. Denkbar sind etwa Modelle analog den ICT-Berufen mit einem Modulbaukasten-System. Dies würde in einzelnen Modulen sehr kleine Klassen mit nur zwei bis drei Teilnehmenden ermöglichen.  

Die neue Bildungsverordnung sieht in der Lektionentafel im zweiten und dritten Ausbildungsjahr so genannte Schwerpunktspezifischen Vertiefungen im Rahmen von Blockwochen vor. Das bedeutet, dass hier Industrie und Handwerk mit jeweils individuellen Inhalten beschult werden. Ansonsten ist wie bisher ein regelmässiger Schulbesuch mit Einzeltagen geplant. Dem gegenüber steht ein Konzept mit reinem Blockunterricht. Sie finden beide Varianten in den Unterlagen. Die Arbeitsgruppe favorisiert klar das Modell Einzeltage mit Vertiefungswochen. Falls Sie dem nicht zustimmen, bitte wir Sie um eine explizite Rückmeldung zu diesem Punkt. 

Ebenfalls finden die üKs nach einem gemeinsamen Startschuss jeweils getrennt nach Industrie und Handwerk statt. Zudem ist für das Handwerk ein zusätzlicher üK geplant.   

Wir bitten Sie, Ihre schriftliche Stellungnahme bis am 1. März 2019 an folgende Adresse zu senden:

Berufsbildungsstelle PBS
Revision Bindetechnologe EFZ
Speichergasse 35
Postfach
3001 Bern

Publikationen 

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